Ein mittelgroßes Unternehmen. Drei Jahre. Zweimal jährlich ein Führungskräfteprogramm. Externe Trainer, gute Hotels, professionelles Design. Investition: knapp eine halbe Million Euro.
Ich fragte den HR-Leiter, was davon im Unternehmen geblieben sei. Er dachte ehrlich nach. Dann sagte er: „Einzelne Erkenntnisse. Einige Netzwerke. Und das Gefühl, dass wir etwas für unsere Führungskräfte tun.”
Das Gefühl, etwas zu tun.
Das ist kein Vorwurf, es ist eine strukturelle Falle. Programme werden entwickelt, Inhalte werden vermittelt, Teilnehmer sind begeistert. Und dann endet das Programm. Und der Alltag übernimmt.
Was fehlt, ist das, was wir bei ILD Transferarchitektur nennen: Der systematische Brückenbau zwischen Lernen und Anwenden. Zwischen Erkenntnis und Verhalten. Zwischen Workshop und Wirklichkeit.
Das bedeutet konkret: Was soll nach dem Programm anders sein – messbar, beobachtbar, spürbar? Wer sorgt dafür, dass das passiert? Wie wird Führungsverhalten im Alltag begleitet, nicht nur im Seminarraum trainiert?
Diese Fragen stehen am Anfang. Nicht am Ende.
Wer sie nicht stellt, investiert in gute Gefühle. Wer sie stellt, investiert in Wirksamkeit.
💬 Wie stellen Sie sicher, dass Führungsentwicklung bei Ihnen nicht im Seminarraum endet?
Warum partnerschaftliches Miteinander vor allem eine Frage der Haltung ist.
Vielleicht bin ich da etwas altmodisch. Aber ich vermisse zunehmend etwas im Geschäftsleben: ein partnerschaftliches Miteinander. Der Gedanke „des Handschlages eines ehrbaren Kaufmanns“ mag aus einer anderen Zeit stammen. Die Haltung dahinter ist für mich jedoch aktueller denn je: Eine Zusage hat Gewicht. Ein Wort hat Wert. Und eine Partnerschaft im Geschäftsleben verdient Wohlwollen und Klarheit.
Heute erleben wir immer häufiger das Gegenteil. Die Erreichbarkeit und das Antwortverhalten ist teilweise nur noch schwer akzeptabel. Mittlerweile scheint es fast zum „guten Ton“ zu gehören, auf Nachrichten und Anfragen einfach nicht mehr zu reagieren. Gespräche werden angekündigt, Entscheidungen in Aussicht gestellt, Rückmeldungen versprochen und es passiert nichts.
Es gibt in der Flut der Informationen auch Gründe für ein solches Verhalten, vielleicht vermeidet man aber auch nur gerne den Konflikt bzw. ein mögliches unangenehmes Gespräch. Langfristig schafft man damit aber etwas viel Schwierigeres: Misstrauen.
Und genau hier beginnt für mich der Konflikt-Echo-Effekt: Wie wir mit schwierigen Situationen und Menschen umgehen, kommt irgendwann als Echo zu uns zurück.
Wer keine Klarheit gibt, darf sich über Unklarheit nicht wundern. Wer Konflikte aussitzt, darf sich nicht wundern, wenn Vertrauen verloren geht. Wer sich selbst alle Optionen offenhält, darf sich nicht wundern, wenn andere irgendwann genauso handeln. Und wer Partnerschaft nur dann lebt, wenn es den eigenen Interessen dient, wird irgendwann feststellen, dass andere ebenfalls so agieren.
Natürlich verändern sich Prioritäten. Strategien werden angepasst. Budgets gestrichen. Entscheidungen revidiert. Das alles ist legitim. Die Frage ist nicht, ob wir „Nein sagen“ oder Entscheidungen sich verändern. Die Frage ist, wie wir es tun. Ein offenes und klärendes Gespräch kann mehr Vertrauen schaffen als scheinbare bzw. künstlich erstellte Harmonie. Denn Partnerschaft zeigt sich nicht dann, wenn alles einfach ist. Sie zeigt sich genau dann, wenn es schwierig wird.
Für mich ist das deshalb keine Frage von Business-Etikette, Überforderung oder Kommunikationsstil. Es ist in erster Line eine Frage der Haltung. Wie ernst nehme ich mein gegebenes Wort? Wie viel Respekt habe ich vor der Zeit, den Bemühungen und den Erwartungen meines Gegenübers? Welche Wettschätzung bringe ich dem anderen Entgegen? Und bin ich bereit, die gleiche Verbindlichkeit zu geben, die ich von anderen erwarte?
Vielleicht sollten wir uns gerade in einer immer schnelleren Geschäftswelt wieder etwas stärker an eine alte kaufmännische Tugend erinnern: denn am Ende ist Vertrauen nichts, was man einfordern kann, sondern was durch den wetschätzenden Umgang miteinander wachsen kann. Vertrauen ist das Echo der eigenen Haltung.
Wie erlebt Ihr das aktuell? Ist Partnerschaft im Geschäftsleben tatsächlich auf dem Rückzug?
Wir müssen unseren Mitarbeitenden jetzt Sicherheit geben.”
Dieser Satz fällt in fast jeder Transformation. Ich höre ihn in Führungskreisen, in Kommunikationsgesprächen, in Workshops. Und jedes Mal denke ich dasselbe:
Welche Sicherheit? Woher?
Organisationen in Transformation haben keine Sicherheit zu geben. Sie haben Unsicherheit – echte, berechtigte, manchmal bedrohliche Unsicherheit. Und wenn Führungskräfte so tun, als ob das nicht so wäre, verlieren sie das Einzige, was in solchen Momenten wirklich zählt: Glaubwürdigkeit.
Scheinsicherheit ist eine der gefährlichsten Führungsreaktionen in Veränderungsprozessen. Sie verschafft kurzfristig Ruhe. Und schafft mittelfristig Misstrauen.
Was stattdessen funktioniert, ist etwas, das auf den ersten Blick zerbrechlicher wirkt: Ehrlichkeit über das, was nicht klar ist. Klarheit über das, was trotzdem gilt. Und Haltung – eine erkennbare, verlässliche Art, mit Unsicherheit umzugehen.
Orientierung bedeutet nicht, alle Antworten zu haben. Es bedeutet, erkennbar zu sein. Als Mensch und als Führungskraft.
Das lässt sich entwickeln. Aber nicht im Seminar. Sondern in der Auseinandersetzung mit sich selbst – unter echtem Druck.
💬 Was haben Sie als Führungskraft in einer unsicheren Phase für sich selbst gebraucht?
Unternehmerisches Potenzial gibt es überall, aber finden wir es auch?
Wie gut erkennen wir eigentlich, ob Menschen unternehmerisch denken und handeln – bei der Besetzung von Schlüsselrollen, bei Gründungen, in der Nachfolge oder auch bei Investitionsentscheidungen?
Genau hier setzt das Entrepreneurial Mindset Profile (EMP) an: Es macht unternehmerische Kompetenzen sichtbar und schafft eine wissenschaftlich fundierte Basis für Reflexion, Entwicklung und Entscheidungen.
Für uns besonders spannend: Das EMP lässt sich weit über klassische Personalentwicklung hinaus einsetzen – von der Diagnose dieser Kompetenz über die Absicherung von Entscheidungen im Recruiting, der entwicklungsorientierten Standortbestimmung bis hin zur Nachfolgeplanung. Auch bei Einschätzung der bestehenden und potentiellen Entrepreneur-Kompetenz bei Investment-Entscheidungen kann der EMP zusätzliche wichtige Informationen liefern.
Das alles immer im Paket als Profiling mit Ergebnis- bzw. Entwicklungs-Coaching durch international akkreditierte und in der EMP-Methode zertifizierte Coaches.
Denn am Ende entscheiden nicht nur Businesspläne und Zahlen. Menschen machen den Unterschied.