Sicherheit geben.

Wir müssen unseren Mitarbeitenden jetzt Sicherheit geben.”

Dieser Satz fällt in fast jeder Transformation. Ich höre ihn in Führungskreisen, in Kommunikationsgesprächen, in Workshops. Und jedes Mal denke ich dasselbe:

Welche Sicherheit? Woher?

Organisationen in Transformation haben keine Sicherheit zu geben. Sie haben Unsicherheit – echte, berechtigte, manchmal bedrohliche Unsicherheit. Und wenn Führungskräfte so tun, als ob das nicht so wäre, verlieren sie das Einzige, was in solchen Momenten wirklich zählt: Glaubwürdigkeit.

Scheinsicherheit ist eine der gefährlichsten Führungsreaktionen in Veränderungsprozessen. Sie verschafft kurzfristig Ruhe. Und schafft mittelfristig Misstrauen.

Was stattdessen funktioniert, ist etwas, das auf den ersten Blick zerbrechlicher wirkt: Ehrlichkeit über das, was nicht klar ist. Klarheit über das, was trotzdem gilt. Und Haltung – eine erkennbare, verlässliche Art, mit Unsicherheit umzugehen.

Orientierung bedeutet nicht, alle Antworten zu haben. Es bedeutet, erkennbar zu sein. Als Mensch und als Führungskraft.

Das lässt sich entwickeln. Aber nicht im Seminar. Sondern in der Auseinandersetzung mit sich selbst – unter echtem Druck.

💬 Was haben Sie als Führungskraft in einer unsicheren Phase für sich selbst gebraucht?