Der teuerste Konflikt ist der, den niemand anspricht.

Letzte Woche habe ich in der Pause eines Workshops zum Thema Transformation eine berufliche Diskussion verfolgt, in der alle höflich genickt und zugestimmt haben. Auch die zwei Kollegen, die sich seit Wochen scheinbar aus dem Weg gehen. Jeder im Raum wusste es. Keiner hat es etwas gesagt. Es war nur ein kleiner Moment, aber mit unglaublich viel Aussagekraft.
Das ist die Wahrheit in den meisten Teams: Der offene Streit kostet Nerven. Der unausgesprochene Konflikt kostet Zeit, Energie und am Ende Geld – nur merkt es keiner, weil er oft als “Fach- oder Prozessproblem” getarnt wird.
Ich habe gelernt: Wenn ein Meeting sich zäh anfühlt, liegt das selten am Thema. Meistens liegt es an dem, was keiner sagen will. Langweiliges Meetings sind oft ein Zeichen fehlender Konfliktfähigkeit und fehlenden Engagements.
Was hilft, ist unbequem simpel: Den „blauen Elefanten“ beim Namen nennen und die Beteiligten einladen, gemeinsam darüber zu sprechen. Je nach Kontext bilateral oder wenn es das Team betrifft auch gerne in gemeinsamer Runde. Spielregeln dazu definieren, dass es um ein konstruktives und lösungsorientiertes Miteinander geht. Setting the scene. Und dann aushalten, dass es auch mal unangenehmer wird, bevor es besser wird.
Vermeidung ist definitiv keine Lösung. Sie ist nur eine Verzögerung mit eventuell hohen Zinsen.